31.03.2019 | 20:15

Baulöwe frisst Sprengmeister

Zum „Tatort" aus Köln vom Sonntag, 31.03.2019: "Bombengeschäft"

Die Kommissare Ballauf und Schenk (Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär) staunen gemeinsam mit Rechtsmediziner Dr. Roth (Joe Bausch) über das letzte Überbleibsel von Sprengmeister Krämer - ein Stück Unterkiefer. (Foto: WDR)

Die Kommissare Ballauf und Schenk (Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär) staunen gemeinsam mit Rechtsmediziner Dr. Roth (Joe Bausch) über das letzte Überbleibsel von Sprengmeister Krämer - ein Stück Unterkiefer. (Foto: WDR)

Die explodierenden Mieten hierzulande sind für die Baubranche ein Bombengeschäft. Im neuen Kölner „Tatort“ sogar wortwörtlich. Denn bevor von Amts wegen grünes Licht für die Bebauung eines Grundstücks gegeben wird, muss ein Unbedenklichkeitsgutachten her, dass im Boden weder Bomben noch sonstige explosive Altlasten lungern, die eines Tages die stolzen Hausbesitzer ins Jenseits befördern könnten.

So verdienen die Sprengmeister am Bauboom gerne mit. Doch wenn einer von ihnen tatsächlich auf explosive Weise das Zeitliche segnet, muss das nicht immer ein Unfall gewesen sein.

Wie im Falle Peter Krämer, der nach der Entschärfung einer Bombe in Stücke gefetzt wird. Allerdings nicht von der soeben geborgenen Bombe, sondern von einer Handgranate, so dass unsere Kommissare Ballauf und Schenk (Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär) zunächst mächtig ins Grübeln kommen.

Allzu bald stellt sich heraus, dass Krämer offenbar nachweisen konnte, dass amerikanische Fliegerbomben im Erdreich eines Filetgrundstücks stecken, das bereits als „sauber“ begutachtet wurde. Worauf Projektentwickler Marco Hofschneider (Raimond Gebel) die Häuser auf dem Grundstück meistbietend verhökert hatte.

Musste Krämer also sterben, weil er Hofschneider das Geschäft vermasseln wollte?

Naja, Autor-Regisseur Thomas Stiller schlägt zwar etliche Haken, legt falsche Fährten und führt uns eine absonderliche Riege von Verdächtigen vor (u.a. Sascha Alexander Geršak, Ralph Herforth, Adrian Topol), aber richtig zünden kann seine „Tatort“-Bombe nicht. Dazu ist die Geschichte einfach zu durchsichtig. Und zu lahm erzählt.

Selbst Behrendt und Bär machen diesmal Gähnen, da sie auf Geheiß Stillers nur endlos Fragen stellen und immer hübsch dumm aus der Wäsche gucken müssen. Kein Spaß, keine Herausforderung und kein Zuckerschlecken für unsere Kölner Lieblinge.

Auch nicht für uns Zuschauer, so dass die Fernbedienung schnell zur Versuchung wird. So ist dieser „Tatort“ am Ende kaum mehr als ein – Blindgänger.

Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

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